REDBOOK
Kategorie: "Frauen / Mode"
BESCHREIBUNG:REDBOOK ist eine anspruchsvolle Zeitschrift für Frauen, die neben exclusiver Mode auch Freude an informativen Reportagen über Kultur, Beruf, Gesundheit, Familie, Freizeit und Politik haben.
VERFÜGBARE ABOS:
» Jahresabo (91.2 Euro)
BEWERTUNGEN:
Durchschnittliche Bewertung: 4 Punkte
Von: Mikail (rizz@calcimin.com)
Bewertung: 4 Punkte
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Wer von diesem Buch Einsichten in eine foictesthrrgtenere Pferdearbeit erwartet, sieht sich arg entte4uscht: Nach einem aktuellen Bild, das Hempfling auf einem Pferd zeigte, he4lt der interessierte Leser vergeblich Ausschau. Es gibt kein einziges! Hempfling bohrt dagegen weiter in die Untergrfcnde. Die Themen sind im Wesentlichen die gleichen wie in seinem ersten Buch Mit Pferden tanzen : Es ist im Geiste einer kreativ-vertiefenden Wiederholung geschrieben. An einigen Stellen erge4nzt oder korrigiert er, gewichtet neu, warnt vor den Unfallrisiken des Pferdeumgangs. Er betreibt fcber weite Strecken eine ausgedehnte Selbstauslegung, meditiert Bilder, auf denen er zu sehen ist, und versucht dem Leser die Hintergrfcnde fabulierend nahezubringen. Wurde sein erstes Buch oft schon als ausschweifend empfunden, so war es, gegen den nun gebotenen Wf6rterrausch, in seinem Ton geradezu nfcchtern. Seine Beschreibungen unterstfctzt er, indem er auf die Videoclips auf seinem YouTube-Kanal verweist. Bilder von seinen Schfclern mit Pferd gibt es leider nur in ganz fundamentalen Anfangsfcbungen zu sehen, ansonsten sieht man sie mit Kf6rperbewusstseinsfcbungen befasst.Ob diese Art der ausgedehnten Selbstdarstellung tatse4chlich der Kf6nigsweg der Vermittlung ist? Hempfling gibt sich bescheiden, fcbertriebene Hoffnungen will auch er seinen Schfclern offenbar keine mehr machen.„Kf6nnen Sie das soeben Beschriebene auch erlernen? Das weidf ich nicht. Aber ich muss ehrlicherweise schon sagen, dass ich bislang noch niemanden getroffen habe, der das so in diesem tiefen Sinne erlebt, so vor- oder nachmachen konnte. Das ist erst einmal eine Tatsache. Aber: Ja, ich konnte wirklich miterleben, dass Menschen sich in diese Richtung immer sensibler haben entwickeln kf6nnen. Eines aber will ich auch nicht verschweigen: Derjenige, der wirklich einmal erleben mf6chte, mit einem Pferd im vollkommenen Gleichklang zu sein, der muss das am Ende meiner Meinung nach tatse4chlich erffchlen, erspfcren. Bis dahin kommt er diesem Erleben sicherlich wohl immer ne4her, aber „die Kugel ist nicht wirklich im Loch“. Ich wfcrde gern, aber ich kann und darf es korrekterweise nicht anders formulieren.“Allein von der Bewunderung ffcr den Meister ist noch kein Schfcler satt geworden. Die ganz grundse4tzliche Frage, wie ein Mensch dem anderen in sein Eigenstes helfen kann –die Grundvoraussetzung seines Mit-Pferden-Seins – wirft Hempfling hier gar nicht auf. In Die Botschaft der Pferde gab er zumindest einen indirekten Hinweis: Der Caballero und Einsiedlermf6nch, dem der Protagonist die Begegnung mit seinem „Valenciano“ und den wilden Pferden verdankte, hatte vor allem eines ffcr ihn getan: Er hatte ihn bis an die Grenzen des Ertre4glichen ausgehalten! Will Hempfling das ffcr seine Schfcler tatse4chlich leisten?Damals wie heute he4lt Hempfling eine bewusste Kultur des Ffchrens ffcr eine unverzichtbare Ingredienz jedweder Pferdearbeit. Darfcber hinaus ist das Schulterherein ffcr ihn nach wie vor das Nonplusultra der gymnastizierenden dcbungen. Bei foictesthrrgteneren dcbungen bestehe die Gefahr, dass man sie dem Pferd aufdre4nge und so mehr zerstf6re als gut mache. Er bele4sst es bei dem lapidaren Hinweis, dass sich alles weitere ganz von selbst ergebe, wenn es dann an der Zeit sei.Ausffchrlicher behandelt er den Klassiker des Natural Horsemanship: das Verladen eines Pferdes. Auch diese dcbung wird, wie alle Herausforderungen ffcr das Pferd, bewusst zur Vertrauenssteigerung in den Pferdeffchrer eingesetzt. Es geht nicht darum, das Pferd einfach in den He4nger zu bringen. Die Methodik unterscheidet sich jedoch nicht wesentlich vom allgemeinen Horsemanship: Es wird auch hier im Prinzip der Weg der kleinstmf6glichen Schritte empfohlen.Entgegenkommen zeigt Hempfling mit einer schlichten dcbung, genannt „Magical Circle“. Hier geht er insofern einen neuen Weg, als er sowohl dem Pferd als auch dem Mensch eine reduzierte Situation anbietet, die beiden einen gemeinsamen Lernprozess ermf6glichen soll. Das Pferd darf hier Begleiter sein im menschlichen Lernprozess und stellt nicht mehr nur die ultimative Herausforderung ffcr den Menschen dar. Davon he4tte sich mancher Leser vielleicht mehr gewfcnscht, allerdings ohne die entbehrliche Mystifizierung der Namensgebung.„Reiten ist ganz einfach!“ Hempfling provozierte in seinem Erstling Mit Pferde tanzen mit der Behauptung, dass ein Pferd ohne Zfcgel zu reiten, eine der leichtesten dcbungen sei, nutze man die natfcrliche Sprache der Pferde. Reiten gehf6re zu den natfcrlichsten Vorge4ngen fcberhaupt und sei darum von jedem leicht nachzuvollziehen. Wenn man jedoch die Natfcrlichkeit eines Vorganges ignoriere, dann werde es in der Tat kompliziert. Beim Reiten und in der Hilfengebung zum Reiten fe4nden sich genau die Gesetzme4dfigkeiten wieder, die auch ffcr die Fortbewegung des Menschen gfcltig seien. Aus diesem Grunde sei das Reiten eine so natfcrliche und intuitive Angelegenheit und zuallerst eine Sache des Erffchlens und dcbertragens. Reiten sei wie Laufen, Gehen, Springen. Es gelten die gleichen Gesetzme4dfigkeiten.Hempfling legt allerhf6chsten Wert auf das Gewichtsreiten, wo die Hilfen aus allerkleinsten, natfcrlichen Kf6rperbewegungen entspringen sollen. „Da sich die Schenkel des Reiters immer sanft an den Pferdeleib legen und ihre Lage nicht nach vorn oder hinten vere4ndern und da das Pferd augenblicklich der Drehung des Oberkf6rpers Folge leistet, kann es auf diese Weise mit absolut unsichtbaren Hilfen auch in die kleinsten Wendungen und Zirkellinien geffchrt werden.“ Das Lob der natfcrlichen Einfachheit stimmt er auch heute unvere4ndert an: „Die Prinzipien meiner Art des Reitens sind vielen Menschen zu einfach. Schf6nheit aber zeigt sich nie im Komplizierten und Tiefe auch nicht.“Rein technisch gesehen hat er seinen damaligen Ausffchrungen zum Reiten im Wesentlichen auch heute nichts hinzuzuffcgen – das neue Buch wiederholt lediglich die alten Erkenntnisse. Nur einige Begriffsbildungen sollen altbekannte Sachverhalte neu fassen: Biopositives Reiten, In-Gleichgewicht und Quer-Gleichgewicht.Hempfling kle4rt den Leser auf, dass man Reiten nicht „lernen“ kf6nne; man mfcsse es „tre4umen, erfahren und erleben“. Reiten sei wie gehen, laufen, rennen, betont er wiederum. „Alle Naturmechanismen kf6nnen eins zu eins fcbertragen werden. Darum besteht die grodfe Kunst des Reitens in meinen Augen auch darin, um alles in der Welt keine Kunst daraus machen zu wollen.“ Aus seiner Sicht sei das Reiten der kleinste Teil. Alles Vertrauen und Verstehen im Zusammensein mit einem Pferd mfcsse vor dem ersten Besteigen des Pferdes vorhanden sein. „Auf dem Pferd kf6nnen nur die Frfcchte geerntet werden“, was dann auch bedeute, dass es in seiner Form des Seins mit Pferden so etwas wie eine „Anreitphase“ nicht gebe.Sind nun Hempflings Vorgehensweisen ein genialer Schritt hin zur gesuchten „Natfcrlichkeit“ oder im Gegenteil grobe Versimpelungen der Sache? „Reitminimalismus“ wurde ihm deswegen vorgeworfen. Diese Frage muss wohl jeder ffcr sich alleine entscheiden. Hempfling le4sst sich nicht beirren und verteidigt weiterhin seine Einsche4tzung, dass gerade das Allereinfachste dem heutigen Menschen offenbar am schwersten falle.Es bleibt dabei, Klaus Ferdinand Hempfling hat vor allem eines er hat eine Botschaft: „Mir ging es nie darum, einfach nur ein Pferd zu reiten.“
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